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ORTE DER WONNE

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Dia der Serie „Neuland Ost“ aus dem Besitz der Familie Werner | Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf | 1933

Neuland Ost


Neuland Ost ist eine Gartenkolonie, die 1933 im Osten von Berlin angelegt wurde und 1976 dem Bau der Großraumsiedlung Marzahn weichen musste.
Neuland Ost ist eine Gartenkolonie, die 1933 im Osten von Berlin angelegt wurde und 1976 dem Bau der Großraumsiedlung Marzahn weichen musste.

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Blaupausen von Grundrissmodellen für Kleingärten aus dem Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf | ca. 40 x 60 cm | Ausstellung Mein Garten – ein Paradies, Orte der Wonne in der Großstadt | Galerie M | 2015

Historie der Kleingärten in Berlin

Berlin, die Metropole der Laubenkolonisten, weist zwei parallele Entwicklungen auf: Es gab zum einen die Rotkreuzgärten und die Patronatsgärten. Sie wurden von wohlmeinenden Bürgern als Kampfmittel gegen die Tuberkulose errichtet: der Kleingarten für Arme als Mittel gegen die Schwindsucht.
Berlin, die Metropole der Laubenkolonisten, weist zwei parallele Entwicklungen auf: Es gab zum einen die Rotkreuzgärten und die Patronatsgärten. Sie wurden von wohlmeinenden Bürgern als Kampfmittel gegen die Tuberkulose errichtet: der Kleingarten für Arme als Mittel gegen die Schwindsucht. Dieser Idee entsprechend vergab Berlin 1880 Land an Teile der armen Bevölkerung unter der Vorschrift „der Teilnahme am Kartoffelbau“. Aber nur Familien, die „redlich, sittlich, friedlich, einig, nüchtern, sparsam, arbeitsam, fleißig sind, die ihre Kinder gut erziehen, die ein gutes Beispiel geben und regelmäßig zur Schule gehen“ sollten berücksichtigt werden.
Zum anderen gab es die wilden Laubenkolonien. Nicht organisierte Menschen in Not nutzten Brachen, meist Bauerwartungsland, um ihre Familien zu ernähren. Das Land Berlin schöpfte Gewinn aus der Notlage dieser Menschen, indem es das Bauerwartungsland temporär zu Höchstpreisen an Generalpächter versteigerte. Die Generalpächter wiederum parzellierten das Land und verpachteten es an die Unterpächter für maximal ein Jahr, ein hochgradig kapitalistisches System. Die Kleingärtner erschlossen auf diesem Wege das Bauerwartungsland in der Hoffnung, es über den Jahresvertrag hinaus weiter als Anbaufläche nutzen zu können. Erst 1919 schlossen sich die selbstorganisierten Laubenkolonisten und die Patronatsgärtner zusammen, um ihre Interessen gemeinsam kraftvoller zu vertreten.

„Nur ehrbare Volksgenossen
deutschen und artverwandten Blutes
können Kleingärtner werden."Bestimmungen über die Förderung von Kleingärten vom 22. März 1938
Reichsanzeiger 1938 Nr. 74, Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 235–6
„Nur ehrbare Volksgenossen
deutschen und
artverwandten Blutes können
Kleingärtner werden."Bestimmungen über die Förderung von Kleingärten vom 22. März 1938 Reichsanzeiger 1938 Nr. 74, Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 235–6

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Dia-Serie „Neuland Ost“ aus dem Besitz der Familie Werner | Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf | Länge 10 min | 1933 – 1976 | editiert von D. Winkler